Forum "Benachteiligte Jugendliche im CVJM"

Für eine Jugendarbeit, die Hoffnung macht.

Wie junge Menschen nicht durchs Raster fallen

Prof. Dr. Barbara Schellhammer hält das Grundsatzreferat.
Schellhammer
Christian Michel
Michel
Alexander und Martina Mitwalsky
Mitwalsky
Arbeitsgruppen am Nachmittag
Gesprächsrunde
Arbeitsgruppen am Nachmittag
Gesrpächsrunde

Enga­gierte Mitar­bei­tende aus dem CVJM im Gespräch mit Unter­neh­me­rinnen und Unterneh­mern in Dresden.

(Kassel/CVJM) Am Samstag, den 10. März 2012 fand in Dresden das "Forum benachteiligte Jugend­liche im CVJM" statt. Etwa 30 ehren– und haupt­amt­liche Mitarbeitende aus CVJM-Ortsvereinen sowie Unter­neh­me­rinnen und Unter­nehmer tauschten sich über Möglich­keiten aus, jungen Menschen am Rande der Gesell­schaft Chancen auf Ausbil­dung zu eröffnen. Inspi­ra­tion bat vor allem der Veran­stal­tungsort, die Firma Coool­Case. Ihr Geschäfs­führer Chris­tian Michel unter­stützt Initia­tiven und Jugendwerk­stätten, die sich um soge­nannte benach­tei­ligte junge Menschen kümmern.

Eröffnet wurde das Forum mit einem Grund­satz­re­ferat von Prof. Dr. Barbara Schellhammer von der CVJM-Hochschule in Kassel. Schell­hammer mahnte die Anwesenden, den Begriff "Benach­tei­li­gung" nicht unre­flek­tiert zu verwenden: "Es kann leicht passieren, dass Jugend­liche struk­tu­rell geschaf­fene Kate­go­rien der Benach­tei­li­gung inter­na­li­sieren und perso­na­li­sieren. Der junge Mensch iden­ti­fi­ziert sich z. B. mit dem Label oder dem Stigma der Benach­tei­li­gung: 'Ich bin benach­tei­ligt.' Dass dies eine ganze Reihe von Schwie­rig­keiten mit sich bringt, liegt auf der Hand." Sie warb viel­mehr darum, einen ressour­cen­ori­en­tierten Blick auf die Jugend­li­chen und ihre Bedürf­nisse zu werfen.

In einem Praxis­im­puls nahm anschlie­ßend der Gast­geber Chris­tian Michel auch die Unterneh­me­rinnen und Unter­nehmer in die Pflicht: "Nur wer erfolg­reich ist, kann auch sozial sein. Dann gilt aber auch: Wer erfolg­reich ist, muss sozial sein." Deswegen unterstützt Michel zum Beispiel auch die erst 2010 gegrün­dete Dresdner Jugendwerkstatt Umkehr­schwung gGmbH. Das Ehepaar Mitwalsky übt mit den arbeitssuchenden Jugend­li­chen vor allem eine regel­mä­ßige Tages­struktur ein. Neben der gemein­samen Arbeit an sinn­vollen Arbeits­auf­trägen, ermög­li­chen auch gemein­same Mahl­zeiten, dass die Jugend­li­chen ganz indi­vi­duell abge­stimmt in eine Ausbil­dung oder in einen Beruf begleitet werden können. So konnten seit August 2010 bereits 28 Teil­neh­me­rinnen und Teil­neh­mern neue Perspek­tiven eröffnet werden.

In der darauf folgenden Podi­ums­dis­kus­sion stellten sich Prof. Dr. Schell­hammer, Chris­tian Michel und Andreas Nedo vom Lebenshof in Görlitz den Fragen des Publi­kums. Vor allem wurde nach den konkreten Möglich­keiten zur Moti­va­tion von Jugend­li­chen ohne Perspektive gefragt. Andreas Nedo verwies darauf, dass es wichtig sei, Hoff­nung zu haben und Hoff­nung zu signalisieren.

Chris­tian Michel wünscht sich als Unter­nehmer vom Christ­li­chen Verein Junger Menschen (CVJM), dass die Vereine alle Jugend­li­chen im Blick behalten, aber im Beson­deren eine Lobby für die Jugend­li­chen sind, die durch das Raster fallen.

Am Nach­mittag gab es genü­gend Zeit zum Austausch. In Gesprächs­gruppen wurden die Impulse des Vormit­tags nach­be­spro­chen und disku­tiert. Der inspi­rie­rende Tag endete mit einem Segen durch Burk­hard vom Schemm (Projekt­re­fe­rent der Ausbil­dungs­in­itia­tive pack's — CVJM aktiv für Ausbil­dung), der sich über die hohe Moti­va­tion der Teilnehmenden freute, für diese benach­tei­ligten Jugend­li­chen ein Segen zu sein. Prof. Dr. Schell­hammer sagte im Anschluss an das Forum: "Ich bin beein­druckt und bewegt und auch hoff­nungs­voll, dass es Menschen gibt, die aus Liebe und Überzeu­gung, aus Berufung und Glaube mutig genug sind, zu handeln."

Alle Bilder: Burkhard vom Schemm